Die Elbbrücke zu Tangermünde und der Brückenstreit

Tangermünde ist bereits ein sehr alter Elbübergang (s. Fähre), dennoch erhält die Stadt erst sehr spät, und zwar 1932/ 33 im Auftrag der Provinz Sachsen, eine Elbestraßenbrücke. Der Brückenbogen mit einer Länge von 115,08 Metern wird auf dem linken Elbufer montiert und anschließend eingeschwommen. Bevor der Brückenbau jedoch beginnen konnte, gab es zwischen Stendal und Tangermünde einen mehrere Jahre andauernden Streit. Die Tangermünder Stadtväter beriefen sich darauf, dass Tangermünde wegen seiner Größe und Bedeutung nicht vom Verkehr abgeschlossen werden dürfe und beharrten auf ihren ohnedies seit Jahrhunderten bestehenden Elbübergang. Stendal dagegen wünschte den Ausbau der Eisenbahnbrücke bei Hämerten, verwies dabei auf die kürzere Bauzeit, den damit verbundenen Preisvorteilen und pochte auf seine Lage als geografischen Mittelpunkt im Landkreis. Doch am 30. November 1926 endlich beschließt der Kreistag Stendal einstimmig, dass der Standort der Elbbrücke bei Tangermünde errichtet werden muss.

Die ersten Brückenpfeiler auf dem Festland entstehen:

 

Die Umrisse der Verschalung lässt die Form der späteren Brückenpfeiler erkennen:

Dieses und die folgenden 3 Bilder wurden mir freundlicherweise von Jürgen Briest als Leihgabe zur Verfügung gestellt:

 

 

 

 

 

 

 

  Die ersten Pfeiler trotzen dem Elbstrom:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der große Bogen entsteht:

 

 

Der Bogen ist fertig gestellt:

 

Der Bogen wird eingeschwommen:

 

 

Um den Brückenbogen über die Elbe zu ziehen werden Winden mit eingesetzt:

 

 

28. Oktober 1932: der Bogen ist eingeschwommen:

Eine Vielzahl Schaulustiger hat das große Ereignis verfolgt:

 

 

Die Schifffahrt ist frei gegeben:

 

Einweihung der Brücke am 10. September 1933:

Zur Einweihung war A.Hitler eingeladen, dieser schickte jedoch den Hohenzollernprinzen August Wilhelm v. Preußen als Vertretung (1. Reihe 3. Person von links):

Nur 12 Jahre nach ihrer Errichtung wird die Brücke am 12. April 1945 um 12.45 Uhr durch einen sinnlosen Befehl kurz vor Kriegsende zerstört:

Nachdem die Elbbrücke am 12. April 1945 gesprengt wurde, hatte Tangermünde ingesamt 3 Holzbrücken, wobei nur die dritte die Schifffahrt ermöglichte. Die Erste verlief auf Höhe des Burggrabens. Sie durfte nur mit Passierschein betreten werden und war lediglich für Fußgänger und Pferdefuhrwerke gedacht. Die Zweite befand sich etwas weiter elbabwärts und konnte von Panzern befahren werden. (Alle Holzbrücken wurden von der Sowjetarmee bzw. sowjetischen Pionieren errichtet) Erst Ende 1948 wurde an der Stelle der gesprengten Brücke wieder eine Stahlkonstruktion errichtet. Um diese zu montieren fand eine demontierte Brücke vom Mittellandkanal bei Hohenwarthe Verwendung, außerdem eine Pionierbrücke der Wehrmacht und die Vorlandbrücke von 1933.

Die wieder aufgebaute Brücke präsentiert sich: am 1. September 1950 eingeweiht sollte sie bis zum 20.Juni 2001 ihre Dienste leisten: