Die Hohenzollern und Friedrich I.

Das Haus Hohenzollern ist eines der bedeutendsten deutschen Fürstengeschlechter, ursprünglich aus dem schwäbischen Raum. Die Stammburg Hohenzollern liegt auf der Gemarkung von Bisingen bei Hechingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Das Haus Hohenzollern untergliedert sich seit dem Mittelalter in mehrere Haupt- und Nebenlinien, von denen einige erloschen sind. Die (ursprünglich fränkische) Linie Brandenburg-Preußen stellte ab 1701 die preußischen Könige und von 1871 bis 1918 Deutsche Kaiser.

Im Jahre 1378 verstarb Karl IV.. Damit ging auch die Vorstellung verloren, Tangermünde könne eine große Rolle in der Geschichte spielen. Da der damals minderjährige Sohn Karls, Sigismund, sich wenig für die Altmark interessierte, setzte wachsende Unordnung ein. Dies änderte sich auch nicht unter der Regierung des Jobst von Mähren. Ab 1413 residierten die Hohenzollern einige Jahrzehnte in Tangermünde. Doch so friedlich wie die Tangermünder mit Kaiser Karl IV. gelebt hatten, gestaltete sich das Verhältnis zu den Hohenzollern nicht (mit Ausnahme zu Friedrich I.). Die Hohenzollern machten Tangermünde später zur Hauptstadt ihres Fürstentums, aber nach Auferlegung einer Biersteuer verlegte Kurfürst Johann Cicero seine Residenz im Jahre 1488 nach Berlin - Cölln.

Das Denkmal für Friedrlich I. auf der Burg erinnert an den ersten Hohenzollern-Kurfürsten, vormals Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg. Als Markgraf Friedrich I. führt er die Reihe der Ansbacher Markgrafen an.

Geschaffen wurde das Denkmal 1912 von dem Bildhauer Ludwig Manzel.

Das Leben Friedrichs:

Friedrich, 1371 in Nürnberg geboren, war der Sohn von Burggraf Friedrich V. von Nürnberg (1333-1398) und Elisabeth von Meißen (1329-1375). Friedrich stammte aus dem Haus Hohenzollern und war seit 1398 als Friedrich VI. von Nürnberg zunächst Burggraf von Nürnberg. Zeitweise war er auch Markgraf von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach. Friedrich trat früh in österreichische Dienste und kämpfte an der Seite seines Schwagers, dem ungarischen (und späteren römisch-deutschen) König Sigismund. 1396 nahmen Friedrich und sein Bruder Johann an einem Feldzug gegen die Türken teil, der auf dem rechten Donauufer, in der Nähe der Stadt Nikopolis im heutigen Bulgarien, scheiterte. Beide Brüder entkamen gerade noch.

Der Vater, Friedrich V., dankte im Jahre 1397 ab und starb 1398. Nach seinem Tod wurden seine Gebiete laut einem Vertrag aus dem Jahre 1385 aufgeteilt. : Johann erhielt Bayreuth, Friedrich behielt Ansbach und wurde später der erste Kurfürst von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern. Zunächst versuchte er in den Reichswirren zwischen König Wenzel von Böhmen und der Partei Ruprechts von der Pfalz zu vermitteln, schlug sich im September 1399 jedoch auf die Seite Ruprechts.

Nach schweren Fehden gab er seine Führung in Ansbach 1409 auf und trat in die Dienste des Königs Sigismund von Ungarn. Als Vertreter der brandenburgischen Kurstimme nahm er am 20. September 1410 an der Wahl in Frankfurt am Main teil und half seinem Schwager Sigismund bei der Wahl zum Römischen König. Zum Dank machte ihn König Sigismund zum Obersten Hauptmann und Verwalter der Marken (1411). Mit eiserner Hand kämpfte Friedrich gegen den rebellischen Adel der Mark Brandenburg (insbesondere die Quitzows und Putlitz) und konnte schließlich die Sicherheit wieder herstellen. 1415 schloss er sich der gegen Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt gericheten Sittichgesellschaft an.

Auf dem Konzil zu Konstanz 30. April 1415 verlieh ihm König Sigismund die erbliche Würde des Markgrafen und Kurfürsten. Am 21. Oktober 1415 huldigten ihm die brandenburgischen Stände auf einem Landtag zu Berlin. Die förmliche Belehnung mit der Kurmark und die Verleihung der Würde des Erzkämmerers vollzog der König am 18. April 1417. (Sigismund hatte bei Friedrich große Schulden, die Mark Brandenburg diente als Pfand. Als Sigismund 1415 zahlungsunfähig war, entschädigte er Friedrich mit der Kurfürstenwürde und Brandenburg.)

Mit dem gewaltsamen Vorgehen Sigismunds gegen die Hussiten war Friedrich nicht einverstanden, das Verhältnis zwischen beiden verschlechterte sich. Aber auch die ständigen Fehden und Reibereien in der Mark Brandenburg setzten Friedrich zu, sodass er sich 1425 auf seine Cadolzburg zurückzog und die Regentschaft über die Mark seinem Sohn, der ebenfalls (wie auch sein Bruder) Johann hieß, übertrug, Friedrich blieb aber Kurfürst! Seit 1427 organisierte er den Reichskrieg gegen die Hussiten und wirkte anlässlich des Konzils von Basel wesentlich bei der Vermittlung durch die Prager Kompaktaten am 30. November 1433 mit.

Ab 1437 lebte Friedrich zurückgezogen auf der westlich von Nürnberg gelegenen Cadolzburg und starb dort am 20. September 1440.

 

Übrigens: ließ sich König Sigismund (deutscher Kaiser und König von Ungarn und Böhmen) in deutsche Urkunden als Sigmund eintragen, während Sigismundus die latinisirte Form ist. Als Sohn Kaiser Karl´s IV. und dessen vierter Gemahlin, der Elisabeth von Pommern-Stolp, wurde er am 15. Februar 1361 wahrscheinlich in Nürnberg geboren. Schon drei Tage darauf bestimmte ihm dort der Vater eine Tochter des Burggrafen Friedrich V. zur künftigen Gemahlin.

 

[Die Informationen über Friedrich I stammen zum großen Teil von der Enzyklopädie "Wikipedia" Quellenangabe:"http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(Brandenburg)"]