Kaiser Karl IV.

seit der Gründung des Deutschen Reiches kam es immer wieder zwischen Kaisern und Fürsten zu schweren Kämpfen um die Macht. In der Zeit von 1254 bis 1273 gab es überhaupt keine zentrale Regierung. Das Deutsche Reich zerfiel in viele Fürstentümer. Diese besaßen seit Friedrich II. die hohe Gerichtsbarkeit. Sie durften Münzen prägen, sowie Steuern und Zölle erheben. Städte wurden von ihnen gegründet und mit dem Marktrecht ausgestattet. Keine Stadt durfte sich mit einer anderen gegen die großen Feudalherren verbünden. Der Aufstieg der Städte wurde dadurch zwar nicht verhindert, aber der deutsche König durfte sie nicht mehr gegen die Fürsten schützen. So wurde ihrem Gedeihen wenig Verständnis entgegengebracht. Sie resignierten, gingen ihren eigenen Interessen nach und nahmen an der politischen Entwicklung des Reiches keinen Anteil mehr.

Am 7. September 1373 ritt Kaiser Karl IV. mit großem Gefolge durch die Roßfurt in die Stadt ein , um die Huldigung entgegenzunehmen. Tangermünde sollte zur Mittlerin zwischen Böhmen und dem Meere werden. Von hier aus unternahm der Kaiser häufig Reisen, um günstige Handelsverbindungen anzuknüpfen. Unter seiner Führung erhielten die Fürsten nahezu uneingeschränkte landesherrliche Gewalt. Immer wieder versuchte er, auf friedlichem Wege mit den großen Feudalherren auszukommen. Er wollte die 7 Kurfürsten zur Mitregierung und Verantwortung heranziehen, um nach seinem Tod ein erneutes Durcheinander zu vermeiden.
Im November 1378 reiste er nach Prag, wo den rastlos Schaffenden am 29. des selben Monats ein früher Tod ereilte. Tangermündes Traum, eine große Rolle im Reich zu spielen, ging mit ihm. Sein Sohn Sigismund kümmerte sich nicht um die Stadt. Er verpfändete das Gebiet an seine gewissenlosen Vetter Jobst und Prokop von Mähren, unter deren Misswirtschaft das Gewerbe der Raubritter und Wegelagerer blühte. Als Jobst 1409 zum letzten mal in Tangermünde weilte, raubte er alles, was irgendwelchen Wert hatte, darunter die Schätze der Schlosskapelle.