Der Zollensteig und das Häuschen mit der Nummer 11
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Dieses idyllische Fachwerk-Elbfischerhäuschen am Zollensteig 11 lädt ein, um ein paar erholsame Tage in der alten Kaiserstadt zu verbringen. Der Zollensteig, eine abfallende Kopfstein gepflasterte Gasse in mittelalterlichem Ambiente, führt vom Hühnerdorf (der heutigen Hühnerdorfer Straße) direkt runter zur Elbe.

Der Zollensteig: Als im 12. Jahrhundert die Elbe durch Eindeichen schiffbar gemacht wurde, bekam Tangermünde einen Hafen und wurde Zollstätte. Als Elbzollstätte wird Tangermünde urkundlich zweimal genannt, und zwar 1136 und 1160. An dieser Stelle befand sich ein Zollhäuschen, daher der Name Zollensteig. Seit wann der Name existiert, ist leider nicht bekannt.
Im alten Deutschen Reich gab es auf der Elbe 35 Zollstätten. Aufgrund mehrerer Elbzollkonferenzen wurden die Schifffahrtsabgaben allmählich reduziert. Das Aufkommen der Dampfschifffahrt begünstigte ebenfalls die stetige Beseitigung der Elbzollstätten. Der Elbzoll wurde durch ein Gesetz im Jahre 1870 endgültig beseitigt.

Oberhalb des Zollensteigs befindet sich die im 13. Jahrhundert gegründete Elisabethkapelle. Diese kleine Kirche gehörte zu einem Hospital, welches jedoch durch den großen Stadtbrand von 1617 vernichtet wurde. Nach einem weiteren Brand im Jahre 1678 diente sie bis in das 19. Jahrhundert hinein als staatliches Salzlager. Seitdem heißt die Kapelle im Volksmund "Salzkirche". Das hier eingelagerte Salz kam aus Lüneburg, später auf dem Wasserweg aus Halle und Schönebeck. Von 1891 bis 1926 wurde die Kapelle durch die katholische Gemeinde nochmals für ihren ursprünglichen Zweck genutzt und dient seit 1997 als Ausstellungs- und Konzerthalle.

(Elisabeth lebte von 1207 bis 1231,war Langräfin von Thüringen und wurde noch im selben Jh. zur Schutzheiligen der Kranken und Armen.)

In dem Fachwerkhaus am Zollensteig 13 wurde bis 1900 eine Blaufärberei betrieben.

Am Fuß des Zollensteigs, direkt an der Elbe, befindet sich eine Grünanlage. Bis 1885 bildete die Elbe an dieser Stelle eine Bucht, dem so genannten "Helingshafen". Er bot im Winter bei Eisgang der Tangermünder Schiffsmühle und den Fährkähnen Schutz.

Der Straßenname "Zollensteig" ist übrigens einmalig, es gibt keine weitere Straße, die diesen Namen trägt!

 

Noch etwas in persönlicher Sache:

Ich habe das Haus Zollensteig 11 im November 2007 gebucht. Es handelt sich dabei um das ehemalige Haus meiner Großeltern. Nachdem meine Oma im Dezember 2005 verstarb, verkaufte meine Familie das Haus. Mit diesem Haus verbinde ich unzählig viele und vor allem ausschließlich schöne Kindheitserinnerungen. Zu den schönsten Sachen zählte für uns Kinder, im Winter nach dem Schlittenfahren aus den völlig durchnässten Sachen zu schlüpfen und uns in den Sessel direkt am warmen Kachelofen zu kuscheln, während Oma uns mit heißem Kakao verwöhnte. Die nassen Klamotten wurden auf dem Kachelofen in Null-Komma-Nix trocken und wir waren bestens für die nächste Schneeballschlacht gewappnet, oder konnten zu neuen Abenteuern zur Burg aufbrechen.

Das Haus 2 Jahre später zu betreten, war nicht nur für mich mit sehr viel Wehmut verbunden, aber auch sehr schön, vor allem zu sehen, was aus dem Haus geworden ist. Wir haben hier einen sehr schönen Abend am Kamin verbracht. Vielen Dank an M. Huchthausen und M. Keune.