Elbe-Brücke - Tangermünde

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Elbe-Brücke

Tangermünde und seine Elbe-Brücken



Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Tangermünde 14-mal von durchziehenden Regimentern belagert und musste als Quartier erhalten. Und so waren es 1635 die Schweden, welchen der erste Brückenschlag bei Tangermünde über die Elbe zuzurechnen ist. Der Kupferstich von M. Merian zeigt, dass es sich um eine Pontonbrücke handelte, welche recht solide und leistungsfähig wirkte.

1933, mit Einstellung des Fährbetriebs wurde am 10. September die erste Stahlbrücke eingeweiht. Seit langer Zeit wurde das Fehlen einer Verbindung über die Elbe zwischen Magdeburg und Wittenberge "für den Verkehrs als sehr schwer empfunden". Doch bevor der Brückenbau überhaupt beginnen konnte, gab es zwischen Tangermünder und Stendaler Stadtvätern, einen Jahre währenden erbitterten Streit. Es ging um den Standort der Elbüberquerung, mit dem beide jeweils ganz bestimmte wirtschaftliche Erwartungen verknüpften. Die Tangermünder beriefen sich darauf, dass Tangermünde wegen seiner Größe und Bedeutung nicht vom Verkehr abgeschlossen werden dürfe und beharrten auf ihren ohnedies seit Jahrhunderten bestehenden Elbübergang. Stendal dagegen wünschte den Ausbau der Eisenbahnbrücke bei Hämerten, verwies dabei auf die kürzere Bauzeit, den damit verbundenen Preisvorteilen und pochte auf seine Lage als geografischen Mittelpunkt im Landkreis. Doch am 30. November 1926 endlich beschließt der Kreistag Stendal einstimmig, dass der Standort der Elbbrücke bei Tangermünde errichtet werden muss.

So beschloss der Kreistag des Landkreises Stendal am 30. November 1926 einstimmig: „Der Kreistag steht mit dem Herrn Landeshauptmann der Provinz Sachsen, dem er für seine Bemühungen um ein Zustandekommen der Brückenbaues dankt, auf dem Standpunkt, dass die Elbebrücke bei Tangermünde errichtet werden muss und erklärt sich grundsätzlich bereit, zu den Kosten mit beizutragen. Er beauftragte den Kreisausschuss und dessen Vorsitzenden, die Förderung des Projekts im Einvernehmen mit den beteiligten Kommunalstellen, den Reichs- und Staatsbehörden weiter zu betreiben“.

Am 1. November 1928 wurde vom Provinzial-Brückenbauamt in Stendal unter 12 Firmen ein Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für eine Straßen- und Kleinbahnbrücke bei Tangermünde ausgeschrieben. Eingereicht wurden 54 Entwürfe mit 770 Blatt Zeichnungen. Das Preisgericht, welches sich aus 14 Herren zusammensetzte, empfahl zur Ausführung den Entwurf mit dem Kennwort: „Ost-West“. Die Entwurfsverfasser dieses Entwurfs waren: Louis Eilers, Hannover-Herrenhausen/ August Klönne, Dortmund und Grün & Bilfinger, Mannheim. Als 4. bauausführende Firma wurden noch die Mitteldeutschen Stahlwerke, Werk Lauchhammer als Provinz-Sächsische Firma zugezogen. Der Brückenbau, der nun 4 Jahre dauerte, konnte beginnen. Trotz des vorrausgegangenen Streits bleibt eins unbestritten: Der Bekanntheitsgrad der alten Hansestadt Tangermünde stieg enorm. Denn irgendwann und irgendwie mussten „alle Deutschen“ einmal über diese Brücke.

Am 28. Oktober 1932 wurde der Brückenbogen eingeschwommen. Einweihung der Brücke war am 10. September 1933. Zur Einweihung war A. Hitler eingeladen, dieser schickte jedoch den Hohenzollernprinzen August Wilhelm v. Preußen als Vertretung (1. Reihe 3. Person von links auf dem entsprechenden Foto. Eine Vielzahl Schaulustiger verfolgten das große Ereignis.
Zerstörung der Brücke am 12. April 1945

Viele Bürger erinnerten sich noch im Nachhinein: "wir saßen beim Mittagessen, als es fürchterlich knallte". Etwa 20 Zeugenaussagen wurden eingeholt, immer wieder gab es widersprüchliche Angaben zur genauen Uhrzeit. Letzten Endes gab der Bereicht einer Tangermünderin aus der Arneburger Straße einen präzisen Anhalt. Als die Explosion erfolgt war, hatte sie zufällig auf ihre Armbanduhr gesehen und ihrer Nachbarin zugerufen: "Es ist gerade halb durch"! Es muss also kurz nach 13:30 Uhr gewesen sein. Wolfgang Straube, damals 8 Jahre alt, weiß zu ergänzen: "Wir hielten uns gerade im Bunker auf, der sich hinter unserem Haus im Garten in Nähe der Brücke befand. Es war ja Panzeralarm gegeben worden. Plötzlich gab es gegen Mittag eine gewaltige Denotation. Die Erschütterung war so stark, dass wir für eine kurze Zeit die Besinnung verloren. Erst später, als wir den Bunker verließen, erfuhren wir, dass die Elbbrücke gesprengt worden war. Die Tangermünderin Margarete Baumann erinnert sich noch sehr viel später: "Als ob es gestern gewesen ist, so liegt es noch in meiner Erinnerung". 




Die Sprengladung war schon Wochen vorher an der Brücke angebracht worden. Gezündet wurde sie erst vor dem heranrücken amerikanischer Panzer.

Im Verlauf der kommenden 5 Jahre wurden bei Tangermünde insgesamt 3 Holzbrücken errichtet, bevor die Stadt 1950 die zweite Stahlbrücke erhielt.

Dazu später...............
 
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