Stadtchronik - Tangermünde

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Stadtchronik

Chronik der Stadt Tangermünde
 
983
Große Schlacht am Tanger: Graf Siegfried von Walbeck kämpft 983 in der Schlacht am Tanger gegen die Wenden, welche aufgereizt durch den Markgrafen Theoderich, aufständisch wurden
1009
Erste nachgewiesene urkundliche Erwähnung Tangermündes als Burkwardhauptort im Balsamgau, dem südöstlichen Teil der späteren Altmark
1134
Kaiser Lothar III. belehnt den Grafen Albrecht den Bären mit der Nordmark
1136
Tangermünde wird als Elbzollstätte genannt
1184 – 1188
Romanischer Bau der Stephanskirche
um 1200
Der in Anlehnung an die Burg entstandene Marktort Tangermünde hat sich zu einer Stadt entwickelt
um 1275
Gründung der Gewanderschneidergilde (Großkaufleute)
um 1300
Der Rat, welcher sich ausschließlich aus Vertretern des reichen Patriziats zusammensetzt, bildet sich als oberstes Machtorgan heraus
Beginn des ersten Bauabschnitts von Neustädter- und Hühnerdorfer Tor, sowie Beginn der Errichtung der Stadtmauer
Anfang 14. Jahrhundert
Gründung der Bauerngilde, Gründung der Zünfte der Bäcker und Schneider
1306
Gründung der Zunft der Schuhmacher
1311
Gründung der Knochenhauergilde (Fleischer)
1368
Tangermünde wird als Mitglied des Städtebundes der Hanse genannt
1330 – 1470
Umbau der Stephanskirche in mehreren Bauabschnitten zur gotischen Hallenkirche
1373
Kaiser Karl IV. erwirbt die Mark Brandenburg und verbindet sie mit dem Königreich Böhmen. Die Burg Tangermünde wird zur Nebenresidenz zum Hradschin in Prag
1415
König Sigismund (auch Sigmund und Sigismundus ) belehnt den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg mit der Mark Brandenburg
1430
der erste Bauabschnitt des spätgotischen Rathauses beginnt
das mittelalterliche Tangermünde erreicht seine wirtschaftliche Blüte
1431
erste Erwähnung der Tangermünder Fischer
1438
Gründung des Dominikanerklosters
um 1450
Neustädter- und Hühnerdorfer Tor werden erweitert und verstärkt
1470
Die Roßpforte, das Stadttor zur Elbe, wird in seiner heutigen Form errichtet
1488
Kurfürst Johann Cicero bricht im Kampf um die Bierzise den Widerstand der altmärkischen Städte, womit Tangermünde auch seine Selbstständigkeit verliert.
1530
Volksaufstand gegen den Rat der Stadt, um Anteil an der Verwaltung zu erhalten - doch der Kurfürst greift zu Gunsten des Rates ein.
1538
Die Reformation erhält Einzug in Tangermünde. (Zur Erinnerung: die Reformation nahm bereits am 31. Oktober 1517 ihren Lauf, mit der Verbreitung der 95 Thesen Luthers ;-) Die Reformation in Tangermünde wird unter Kurfürst Joachim II. und durch den Hof- und Landrichter Hieronhmus Staude eingeführt.
1558
Stattfinden eines Hexenprozesses , wobei eine junge Frau zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt wird. Weitere bekannte Hexenprozesse gab es in Tangermünde 1586, 1587, 1621, 1633 und 1635.
1601
Vollendung der Turmspitze von St. Stephan durch Meister Weise aus Magdeburg.
13. September 1617
Ein Großfeuer vernichtet etwa zwei Drittel der Stadt. Der 13.09.1617 war ein Mittwoch. Am darauffolgenden Sonntag stürzt der Turm mit samt Glocken in die Tiefe. 97 Jahre folgten, in denen St. Stephan ohne Turm war.
13. März 1619
Der Rat der Stadt verurteilt Grete Minde zum Tode auf dem Scheiterhaufen, nachdem sie unter der Folter gestanden hatte, den Stadtbrand von 1617 gelegt zu haben.
1626
Dänische Truppen besetzen die Stadt.
In diesem Jahr fordert die schwarze Pest mit 1600 Opfern die meisten Toten.
1629
Der kaiserliche General Wallenstein in Tangermünde. (Herzog von Friedland und Mecklenburg, Fürst von Sagan)
1631
Schwedische Truppen unter Führung König Gustav Adolfs erobern die Stadt.
1640
Schwedische Truppen erobern die Burg und zerstören einen großen Teil von ihr.
1645
Gegen Ende des 30-jährigen Krieges sind von 623 Wohnhäusern nur noch 228 bewohnbar.
1676 und 1678
Weitere Großfeuer zerstören Teile der Stadt.
1682
Pestepidemie fordert ungefähr 1000 Opfer.
1699
Kurfürst Friedrich III. beseitigt die alte Ratsherschaft und ordnet Tangermünde in seinen Obrigkeitsstaat ein.
1714
St. Stephan erhält eine neue Turmhaube. (Verschiedene Quellen datieren die Turmerneuerung auf 1712 als auch 1714. Sicher ist: 1712 war Baubeginn, 1714 die Fertigstellung.)
1806
7 Jahre Fremdherrschaft durch Napoleonische Truppen beginnen.
Nach der unglücklichen Schlacht bei Jena übernachtet Königin Luise auf ihrer Flucht in Tangermünde am 17. Oktober.
7. Mai 1809
Major von Schill zieht mit seinen Husaren durch die Stadt. Er nimmt den französichen Statthalter Dupin gefangen, leert die königlichen Kassen und nimmt die Kähne, als auch die Elbfähre mit sich. (Statthalter = Verwalter für eine bestimmte Region, stellvertretend für seinen Vorgesetzten)
1813
Reste der in Rußland geschlagenen französischen Armee überqueren bei Tangermünde die Elbe.
1818
Vor der Stadt legt das erste Dampfschiff, kommend aus Hamburg, an.
1826
Gründung der Zuckersiederei durch die Tangermünder Kaufleute Meyer und Oderich. Tangermünde wird allmählich zur Industriestadt.
21. Juni 1841
König Friedrich Wilhelm IV., in Begleitung durch Königin Elisabeth und dem Prinzen Karl, besucht Tangermünde bereits zum zweiten Mal, als es während des festlichen Anlasses zu einem Unfall kommt: auf der Burg bricht das steinerne Geländer der in den Innenhof führenden Schlossbrücke, wobei viele Personen in den Graben stürzen und schwer verletzt werden.
1866
Die Schiffswerft entsteht in Carlbau. (Carlbau, damals noch ein eigenständiges Dorf, wurde erst 1906 eingemeindet.)
1872
Erster Streikversuch der Arbeiter in der Zuckerraffinerie. (diese Zuckerraffinerie ging aus der 1926 gegründeten Zuckersiederei hervor)
1886
Eine Eisenbahnverbindung zur Kreisstadt Stendal entsteht.
1887
Die Leimfabrik entsteht.
1887 – 1890
Unmittelbar an der Tangermündung entsteht der Hafen.
1890
Die Tangermünder Schiffbauer führen den ersten erfolgreichen Streik für eine Lohnerhöhung.
"Allgemeiner Arbeiter-Verein für Tangermünde und Umgebung" wird gegründet.
7 Jahre später, also 1897, streiken die Arbeiter der Zuckerraffinerie ebenfalls erfolgreich, und zwar für den Zehnstundentag und für eine Lohnerhöhung.
29. November 1900
Besuch Kaiser Wilhelm II. in Begleitung des Kronprinzen mit großem Gefolge zur Enthüllung des Denkmals zu Ehren Kaiser Karls IV. Außerdem wurden auf Veranlassung des Kaisers aus seinen Privatmitteln das Neustädter Tor und die zwei Türme auf der Burg wiederhergestellt, sowie der Bau des städtischen Krankenhauses unterstützt, welches bis zur Wendezeit Kaiser-Wilhem-Krankenhaus hieß.
1903
Bau der Obstkonservenfabrik.
1904
Bau der Schokoladenfabrik als ein Zweigbetrieb der Zuckerraffinerie.
1907
Gründung der Filiale Tangermünde des Sozialdemokratischen Wahlvereins für den Wahlkreis Stendal-Osterburg.
1916
Frauen demonstrieren gegen die schweren Lasten des Krieges.
1918
In der Zeit der Novemberrevolution wird ein Arbeiter- und Sodatenrat gebildet. Ein Jahr später wird die Ortsgruppe der KPD gegründet.
Im März 1920
Generalstreik zur Niederwerfung des Kapp-Putsches. (Näheres dazu: am 13. März 1920 besetzten der Vorsitzende der Deutschen Vaterlands-Partei Wolgang Kapp und General Walther Freiherr von Lüttwitz den Reichstag und erklärten die Regierung für abgesetzt. Immer mehr Truppenkommandeure verweigerten sich jedoch den Putschisten. Auch Bürokratie und viele Bürger blieben auf Seiten der Regierung. So kam es, dass der Putsch bereits nach vier Tagen am 17.03.1920 in sich zusammen fiel. Kapp floh nach Schweden, stellte sich nach zwei Jahren der Polizei und starb 1922 in Untersuchungshaft.)
April 1920
Erneuter Generalstreik zur Unterstützung der kämpfenden Ruhrarbeiter. Dieser Streik ging sogar so weit, dass sich die Tangermünder Arbeiter bewaffneten.
1932/ 33
Bau der Elbestraßenbrücke, welche am 10. September 1933 eingeweiht wurde.
1933
Die Antifaschisten Fritz Schulenburg und Ernst Drong werden ermordet. Fritz Schulenburg wird am 5.8. von der SS im Stadthaus erschlagen, Ernst Drong wird am 21.02.1933 von der SA zwischen Tangermünde und Stendal erschossen.
12. April 1945
die Elbbrücke wird gesprengt.
Amerikanische Panzertruppen besetzen Tangermünde.
01.07.1945
sowjetische Truppen in die Stadt ein
21.04.1946
Vereinigung von KPD und SPD zur SED
1946
Die Tangermünder Industriebetriebe gehen in Volkshände über.
Durch die Bodenreform erhalten 25 Bauern eigenes Land.
1949/ 50
Wiederaufbau der Elbbrücke, welche am 1. September 1950 freigegeben wurde.
1951
Der Volks-Eigene-Betrieb, das Faserplattenwerk, nimmt seine Produktion auf.
1952
Gründung der ersten Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaft "Friedrich Engels".
1958
Gründung der Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft "Frieden".
Die Fleischer gründen die erste Produktionsgenossenschaft des Handwerks.
1960 – 1963
Der Großbetrieb Spanplattenwerk entsteht neben dem Faserplattenwerk.
1966
Eine Badeanstalt in Tangermünde entsteht, welche in den folgenden Jahren um eine Sauna, ein Lehrschwimmbecken im Innenbereich und eine Gaststätte erweitert wird.
1960/ 67
Modernisierung der Leimfabrik.
1966/ 72
Ausbau des Naherholungszentrums, zu welchem nun ein Sportplatz und eine Vier-Bohlen-Kegelbahn gehörten
1987
das erste Burgfest findet statt
1990
die Wiedervereinigung Deutschlands führt zum Zusammenbruch sämtlicher Tangermünder Industriebetriebe
eine gute Seite der Wende: Beginn der Altstadtsanierung
2000
im Juli wird die 2 Jahre andauernde Sanierungsarbeit an der Stephanskirche erfolgreich abgeschlossen und St. Stephan "strahlt" mit neuer baroker Turmhaube
2001
der 1997 begonnene Elbebrückenbau ist abgeschlossen. Die mittlerweile 6. Brücke bei Tangermünde hat einen Bogen mit einer Spannweite von 185 Metern und 1800 Tonnen Gewicht. Kosten für das Brückenprojekt: 27.000.000 Euro
13. September 2009
das 22. Burgfest ist zugleich Anlass der 1000-Jahrfeier mit einem großen Festumzug, welcher durch viele Tangermünder gestaltet wird




 
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